Die Patellaluxation ist ein Gelenksdefekt (angeboren oder erwoben) bei Zwergrassen, mitunter auch Großhunden. Es ist also nicht nur der Chihuahua betroffen, sondern vielmehr sämtliche Rassen. Unterschiedlich ist jedoch, dass sich bei Kleinrassen die Kniescheibe meist nach innen verlagert, während sie bei Großrassen eher nach außen luxiert.

Die erblich bedingte Luxation zeigt sich zumeist bereits im ersten Lebensjahr des Hundes durch eine auffällige Entlastungshaltung einer hinteren Extremität oder aber einen „schlabbrigen“ Gang. Eine klare Diagnose ist machbar ab dem vollendeten ersten Jahr durch einen geeigneten Tierarzt. Im ersten Jahr müssen sich generell die Wachstumsfugen des Hundes noch schließen und manche Unausgewogenheiten noch verwachsen, sodass eine vorherige Untersuchung nicht sinnvoll ist.

Wie der Begriff Luxation (Verlagerung, Verrenkung) schon sagt, springt die Kniescheibe des Hundes aus der Führungsrinne und liegt dann außerhalb davon. Entweder sind die Bänder zu lang geraten und können die Kniescheibe nicht halten oder aber die Rinne ist nicht tief genug ausgebildet. Bei häufiger Luxation wird die Knorpelschicht nach und nach abgetragen, sodass eine spätere Arthose sehr wahrscheinlich wird.

Die erworbene PL entsteht durch falsche Fütterung, Überbelastung oder aber Verletzung des Hundes. Bei einer Verletzung ist die Kniescheibe meist nach außen luxiert. In der Fütterung spielt die Mineralisierung eine große Rolle – der Hund sollte weder über- noch unterversorgt werden, was heutzutage gerade beim BARF sehr streng überwacht werden muss.

Die Patellaluxation wird in 4 Schweregrade unterteilt. In der Zucht zugelassen sind Grad 0 und 1, wobei ketzteres für die gesunde Zucht fragwürdig erscheint. Leider lässt sich jedoch auch durch die Zucht mit Pl-freien Hunden keine Garantie auf 100% gesunde Nachkommen geben – der Erbgang für PL ist polygenetsich (von einer Menge Faktoren beeinflusst und nicht durch Mendel zu erklären), anstatt wie anfangs angenommen rezessiv. So kann sich dieser Defekt auch bei Welpen aus gesunden Eltern einschleichen und einen späteren Befund erklären. Jedoch wird die Gefahr der PL durch rein gesunde Anpaarungen minimiert!

PL ist weit verbreitet und nicht immer ist eine OP ratsam. Bei einem geringen Befund ohne Schmerzanzeichen beim Hund, lässt es sich durch gezielten Muskelaufbau gut damit leben. Bei einem erhöhten Schweregrad oder deutlichen Schmerzen des Tieres, ist Handlungsbedarf ratsam. Durch verschiedene OP-Methoden ergeben sich heute für die Hunde meist sehr gute Prognosen.

Unterteilung der Schweregrade:

PL 0 – keine spontane oder manuelle Luxation möglich

PL 1 – Luxation der Kniescheibe mit spontaner Reposition (Rückverlagerung in Führungsrinne)

PL 2 – Spontane Luxation ist meist nur manuell zu berichtigen, aber möglich

PL 3 – Kniescheibe luxiert von selbst, kann manuell berichtigt werden, rutscht aber wieder heraus

PL 4 – dauerhafte Luxation der Kniescheibe, Reposition nicht möglich


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